Sammlungen des Literaturarchivs Sulzbach-Rosenberg

Das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg sammelt, ordnet und archiviert Handschriften und Nachlässe zur deutschsprachigen Literatur seit 1945. der Gründungsbestand des Archivs ist die Redaktionskorrespondenz der von Walter Höllerer und Hans Bender herausgegebenen Zeitschrift "Akzente" aus den Jahren 1954-1970. Hier finden sich insgesamt über 35 000 Briefe von und an Autoren, die in dieser Zeit in den "Akzenten" veröffentlicht haben, darunter Paul Celan, Thomas Mann, Günter Grass, Elias Canetti, Ingeborg Bachmann und viele andere.

Seit 1977 befindet sich außerdem eine Erstfassung von Günter Grass' Roman "Die Blechtrommel" aus dem Jahr 1958 im Archivbestand. 1991 gab Walter Höllerer seinen Vorlass nach Sulzbach-Rosenberg, der Einzelkorrespondenzen mit Autoren, Manuskripte und Typoskripte, Vorarbeiten und Materialsammlungen zu eigenen wissenschaftlichen und literarischen Arbeiten und Vorträgen sowie zu herausgegebenen Anthologien umfasst. Zu der Sammlung gehören auch Typoskripte, Druckfahnen und Korrekturbögen abgedruckter Beiträge, in- und ausländische Literaturzeitschriften vor allem der fünfziger und sechziger Jahre, Erstausgaben, Pressemappen und Fotos.

Der literarische und wissenschaftliche Nachlass des 2003 verstorbenen Walter Höllerer befindet sich sich seit 2005 ebenfalls im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg. der mehr als 250 Aktenordner, 300 Mappen und 825 Audiocassetten umfassende Bestand wurde mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erschlossen und im Kalliope-Portal der Staatsbibliothek Berlin katalogisiert.

Über die Höllerer-Schenkungen hinaus besitzt das Sulzbach-Rosenberger Literaturarchiv eine Sammlung mit Einzelmanuskripten deutschsprachiger und einiger osteuropäischer Gegenwartsautoren, Schenkungen aus dem Bereich der Mundartliteratur und Literatur der Egerländer sowie ein Pressearchiv. Seit 2008 ist der Nachlass des Autors, Spielekritikers, Zeichners und Verlegers Eugen Oker (1919-2006) in Sulzbach-Rosenberg. Im Jahr 2015 übernahm das Literaturarchiv den Nachlass von Franz-Joachim Behnisch (1920-1983). 2017 erwarb Sulzbach-Rosenberg außerdem den Vorlass von Bernhard Setzwein.

Seit 2016 beherbergt das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg als Depositum das Archiv des 1963 von Walter Höllerer gegründeten Literarischen Colloquiums Berlin.