Donnerstag, 16.05.2019 um 19:30 Uhr
Ein Beitrag zur Geschichte der Freude. Lesung mit Radka Denemarková
Moderation: Thomas Geiger, Literarisches Colloquium Berlin.

In einer Prager Luxusvilla wird die Leiche eines reichen Geschäftsmannes gefunden. Obwohl alles auf
Selbstmord hindeutet, kommen dem Ermittler Zweifel. Seine Nachforschungen führen ihn zu einem versteckt gelegenen, von drei älteren, kultivierten Damen bewohnten Häuschen, in dem er einen merkwürdigen Fund macht: Ein Archiv mit Akten und Augenzeugenberichten, die vom Zweiten Weltkrieg bis heute Tausende Fälle von Gewalt gegen Frauen dokumentieren. Was verbindet den Prager Mordfall mit den drei älteren Damen und ihrem Archiv? Wird der Familie der jungen Inderin, die nach einer Gruppenvergewaltigung starb, je Gerechtigkeit widerfahren? Werden die Kriminellen, die in Nordengland junge Frauen in die Prostitution zwingen, je für ihre Taten verurteilt werden? Oder ist Selbstjustiz die einzig mögliche Reaktion? Allein die frei von Kontinent zu Kontinent ziehenden Schwalben wissen die Antwort und können über Länder und Zeiten hinweg Verbindungen ziehen.

Radka Denemarková verwebt in ihrem sprachgewaltigen Roman Elemente des Kriminalromans, Fakt und Fiktion zu einem erschütternden Panorama der Gewalt gegen Frauen. Eindrucksvoll schildert sie, wie trotzige Frauen sich daranmachen, das »vergewaltigte Jahrhundert« geradezubiegen, geschundene Körper zu heilen und für ungesühnte Verbrechen Rache zu üben.

Radka Denemarková, geboren 1968, ist eine tschechische Autorin, Dramatikerin, Drehbuchautorin, Essayistin und Übersetzerin deutscher Literatur und lehrt Creative Writing. Als einzige tschechische Autorin ist sie dreifache Preisträgerin des Magnesia Litera Preises (in den Kategorien Prosa, Sachbuch und Übersetzung). Ihre Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt, so erschien ihr Roman "Ein herrlicher Flecken Erde" 2009 auf in deutscher Sprache. 2017 war sie Stadtschreiberin von Graz.

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