Donnerstag, 19.11.2020 um 19:30 Uhr
Wo kommen wir her? Warum wir die Frage nach der Herkunft stellen sollten. (2)
Väter und Söhne. Lesung und Gespräch mit Christian Baron und Frank Witzel Moderation: Niels Beintker, Bayerischer Rundfunk

Im zweiten Teil unserer Reihe zur Frage nach der Herkunft richtet sich der Blick auf familiäre Prägungen und soziale Herkunft. Aus unterschiedlichen sozialen Milieus kommend, versuchen die Autoren Christian Baron und Frank Witzel in ihren aktuellen Büchern eine Annäherung an ihre verstorbenen Väter.

Christian Baron erzählt in seinem Buch „Ein Mann seiner Klasse“ schonungslos, aber nicht unversöhnlich, von seinem gewalttätigen Vater und einer von Armut geprägten Kindheit. Dem Autor, der 1985 in Kaiserlautern geboren ist, gelang der soziale Aufstieg, er machte Abitur, studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Germanistik und arbeitet heute als Journalist bei der Wochenzeitung „Freitag“.

Bürgerlicher ging es im Elternhaus von Frank Witzel, geboren 1955 in Wiesbaden, zu. In seinem Roman „Inniger Schiffbruch“ arbeitet er den aus Postkarten, Fotos und Super8-Filmen bestehenden väterlichen Nachlass auf und blickt auf eine Kindheit und Jugend in den 1960er und 1970er Jahren zurück. Die Nachkriegszeit war noch nicht vorbei. Autorität und Disziplin prägten die Erziehung. Die aufbegehrende Jugend der Studentenbewegung stellte die althergebrachten Werte infrage. Ein Porträt der alten BRD in diesen Jahren zeichnet Frank Witzel bereits in seinem 2015 mit dem Deutschen Buchpreis prämierten Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“.

In welchem Maß können wir familiäre Prägungen abstreifen? Entscheidet die soziale Herkunft über die Biographie? Und wie sieht es mit der seit Anfang der 1970er geforderten Chancengleichheit aus? Über diese und andere Fragen wird Moderator Niels Beintker, Bayerischer Rundfunk, mit Christian Baron und Frank Witzel ins Gespräch kommen.

Gefördert im Rahmen von „Und seitab liegt die Stadt“ - ein Projekt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (Förderprogramm „Kultur in ländlichen Räumen“) und des Literarischen Colloquiums Berlin.

Eintritt: 10 €, ermäßigt 7 €.

Bitte beachten Sie, dass für den Besuch aller Veranstaltungen die jeweils aktuellen Verhaltensregeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten, insbesondere Abstandsregeln und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Bitte melden Sie sich zu den Veranstaltungen unter Angabe Ihrer Kontaktdaten zum Zweck der Nachverfolgung von Infektionsketten an.

Der Kartenvorverkauf beginnt am 29.10.. Reservierungen nehmen wir unter 09661/8159590 oder per Email: info@literaturarchiv.de entgegen. Die Karten sind nummeriert und personalisiert und werden nach Eingang der Anmeldung vergeben, eine freie Platzwahl ist nicht möglich. Wir bitten um Ihr Verständnis.

 

 

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